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Friedrich Bernhard Beyreuther

 

Friedrich Bernhard Beyreuther

Miramar - das Chemnitzer Belvedere

Die gute Mixtur aus Fernweh und Heimatliebe wird im Spiel gewesen sein, als der alte Beyreuther beim Erschließen des Schlossbergviertels für die schöne Terrasse dort oben den Namen "Miramar"erwählte. Er erwarb das ehemals kurfürstliche "Schloßvorwerk"1883, als der Beitritt zur "Stadt Chemnitz"seit 1880 beschlossene Sache geworden war. Als "Meer"darf man aber den zu Füßen liegenden Schloßteich allenfalls ironisch, und doch nicht stolzlos erblickt haben mit Bootsfahrten im Sommer und bravem Eistanztrubel winters.
Stefan Weber, der Türmer, hat die Gaststätte innen und außen mit heimatfrohen Fresken ausgestattet - soeben wird das Miramar nach 60 Jahren generalüberholt, nachdem die Fliegerbomben auch dort zugeschlagen hatten und später zuerst Tourenradfahrknaben auf der rohen Bodenplatte ihre Runden drehten. Die Gaststätte dort blieb seit den 50er Jahren gut bewirtschaftet, ohne Beyreuthers Startimpuls hervorzuheben.
Anfangs soll Beyreuther ein Delikatesswarengeschäft "kleineren Umfangs"an der Ecke Langestraße zur Zwingergasse besessen haben. Zugleich gehörte ihm auch bald das Haus Schiller-/Ecke Zöllnerstraße 8 mit Gastwirtschaft "Münchner Hofbräuhaus". Dann entstand auf seinem und Wilhelm Herrmanns Grundstück am Holzmarkt 7 der Eckbau "Gebrüder Wertheimer"mit der imposanten Kuppel, schwer vorstellbar heute hinter dem Parkhaus Rosenhof. Das Grundstück lag vor dem Rossmarkt. Schließlich ist Beyreuther das Varietétheater "Mosella-Saal"am Beckerplatz zu danken, das er als Apollo-Theater errichtete und bis kurz vor seinem Tode als Direktor leitete. Den deutschen Filmpionieren Clemens und Guido Seeber bot er dort Gelegenheit, erste "kinematographische Projektionen"zu zeigen. Stadt der Moderne: Beyreuthers Etablissement warb erstmals mit "elektrischer Saalausstattung", so dass Seebers frühe Filmattraktionen am 5. September 1897 dort Premiere als lebendige Photographien feiern konnten. Dieser Mosella-Saal lag damals in bester Geschäftslage nahe Rathaus, Börse, Poststraße. Erst kurz vor 1911 musste er zugunsten des Tietz-Neubaus weichen. Er mag sich bis an den Versteinerten Wald im Hauptlichthof erstreckt haben.
Beyreuthers Nachkommen waren noch lange als Wirtsleute auf dem Schlossberg tätig. Vor allem aber hatte sich der Senior dauernde Verdienste um die Parzellierung dieser Gegend nördlich der Schlosskirche und zum Küchwald hin verdient gemacht: Ein stattliches Grabmal auf dem Schlossfriedhof mit jetzt stark diebstahlgefährdeter Büste kündet auch davon - direkt benachbart dem Erbbegräbnis der Familie Schönherr/Webstuhlbau. Im Alter von 71 Jahren verstarb Beyreuther am 25. Februar 1909.

 

Quelle: Stadtstreicher Chemnitz, Addi Jacobi

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