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Stefan Kanis

Stefan Kanis

Auf freiem Weg dem Hörfunk verschrieben

Junge Chemnitzer Köpfe sorgen permanent für lesenswerte Stadtstreicher-Texte, für sehenswerte Ausgaben des Magazins. Pausenlos, allmonatlich seit 1991. Im Aufbruch kamen auch dieserorts kreative Leute frei zum Zuge, von denen manche das Klima zum Sprungtest auf den Markt des Erfolgs nutzten und auch sicher auf dem Boden landeten - die Rede ist von Stefan Kanis. Der Abiturient der hiesigen Karl-Marx-Oberschule steht heute im MDR-Funkhaus Halle bei Matthias Thalheim in der Spitze der Hörspielproduktion, verfolgt Storys, arbeitet mit Klang und Charakter, versteht sich auf Feinfühligkeit mit Technikern, Schauspielern und Autoren, klopft Dialoge und Atmosphären ab, inszeniert gern auch selbst für seine Zwecke zwischen taufrischer Literatur und den unverzichtbaren Werten deutschsprachigen Erbes von Antike bis Moderne. Nur: Als Produktionschef, so bedauert er im Gespräch, hat er nicht viel Zeitbudget zum Inszenieren in eigener Sache.
Doch jedenfalls bleibt Hörfunk faszinierend. Amtlich heißt seine MDR-Position seit Frühjahr 2001: "Produktionsleiter Künstlerisches Wort". Preisgekrönt etwa "Die Sicherheit einer geschlossenen Fahrgastzelle". Regie führte Stefan Kanis, am 9. November 2009 wurde das Stück anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls im Programm des Kulturradios "Figaro" urgesendet - ein Originaltonhörspiel.
Kanis wuchs in Karl-Marx-Stadt auf, machte 1986 das Abitur. "Im Wendejahr 1989 begann ich, Theaterwissenschaft in Leipzig und später in Wien zu studieren. In der Messestadt folgten ab 1995 verschiedene Tätigkeiten im künstlerisch-publizistischen Bereich. Ich leitete kurzzeitig das Poetische Theater, arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Musik und Theater und als Dramaturg und Regisseur der INSELbühne. 1998 kam ich durch einen historischen Zufall zum Hörspiel. Ich blieb gern."
Zum Werdegang des Stefan Kanis, aufgewachsen im Yorckgebiet, zählt auch eine Episode beim Stadtstreicher vor bald zwanzig Jahren. Ohne persönlichen Aufwand und bislang auch nirgends erwähnt, ist Stefan Kanis gar zum Grundimpuls unserer allmonatlichen Rubrik "Chemnitzer Köpfe" geworden. Das kam so: Im Trubel der Arbeit in der Tageblatt-Redaktion war mir auch in einem der ganz frühen Stadtstreicher-Hefte ein bühnenkundiger Artikel durch besonders tiefsaubere Recherche und andere Qualitäten aufgefallen: Alles über die Jörg-Liljeberg-Affaire. Präzise - der Theatermanager war danach nicht mehr lange Generalintendant der hiesigen Häuser. Das las sich toll, diese Leute wollte ich sehen - und traf sie bald bei einem Pausenbier im Versorgungszentrum  an der Friedrich-Hähnel-Straße. Im Sonnenschein war der nächste Redaktionsschluss ("Übermorgen!") rasch kollegial erfragt -- und so las man Ende Mai 1992 zum ersten Mal "Chemnitzer Köpfe" über Gegangene, Vertriebene und Gebliebene. Ohne Stefan Kanis' unbewusstem Impuls wäre da vielleicht manches anders gekommen. Doch keinesfalls im Lebensfeld Gegangene, Vertriebene, Gebliebene. Danke!

 

Quelle: Stadtstreicher Chemnitz, Addi Jacobi

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