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Alfred Kunze

 

Alfred Kunze

Kunzes Künstlermission: Chemnitzer Stadtfluidum für spätere Zeiten festhalten

Wenn die Stimmung und die Ansehnlichkeit des früheren Chemnitzer Straßenzentrums heraufbeschworen werden soll, leisten die Gemälde Alfred Kunzes einen unersetzbaren Dienst. Die Zusammenschau seiner Veduten bietet ein getreuliches Bild des bürgerlichen Zentrums, wie es vom Kriegsbombenhagel unwiederbringlich ausgelöscht wurde. Mit dem Abzug der amerikanischen Besatzungstruppen von der Autobahnlinie am Höckericht verlor sich jegliche Chance des Wiederaufbaues, wie sie durchaus in Münster, Osnabrück oder Nürnberg geboten blieb. Alfred Kunzes Gemälde aber sind ein unermesslicher Schatz, wenn die Metamorphose unserer Heimatstadt heute und künftig abgebildet werden soll.

"Zschopauer Straße 152, drei Treppen" wohnte er, also Ecke Wartburgstraße. Das Haus überstand den Bombenhagel ringsum. Man erklimmt das Treppenhaus mit einer gewissen Andacht: Hierher kehrte Alfred Kunze also stets heim, wenn er von seinen Chemnitzer Malerstreifzügen durch die Innenstadt und die Stadtumgebung zurückkam. Hans Ebert, in der Nachkriegszeit als Chef des Chemnitzer Schlossbergmuseums und später in der Generaldirektion der Staatlichen Kunstsammlungen tätig, hat Kunzes Wert und Wirken zuerst weitgehend publiziert, beflügelt wohl auch aus dem Impuls persönlicher Bekanntschaft von Kindheitsbeinen an als Bernsdorfer. Wie Ebert dabei auch die Bildungsreisen Kunzes, seinen Umgang mit den aufkommenden Modernismen vielerlei Spielart skizziert, das Ausschreiten der selbsterkannten Grenzen der Begabung würdigt, lässt vielerlei Vergleich mit Chemnitzer Biographien des vergangenen Jahrhunderts zu: Der gelernte Lithograph erwarb und behielt seine Kunstmission als liebevoller Stadtchronist toleranzfähig mit unbeirrten Mitteln.

Heute freilich ist das Werk Kunzes offenbar weit verstreut, teils in Privathand, teils in diversen Magazinen. Allein in der Kassenhalle des Stadtbades ist jederzeit ein echter "Kunze" zugängig, fast ungeschützt! Vielleicht gelingt in Kunzes Heimatstadt zum 60. Todestag 2003 eine Gesamtschau, vielleicht lässt sich vorher noch per Multimedia eine moderne Stadtpräsentation produzieren? Wir können es hier nur dringend anregen. Was wir aber selbst tun können, soll geschehen! So sind Absprachen getroffen, am 21. November 2000 in den frischen Räumen der Neuen Sächsischen Galerie im Haus am Schillerplatz (Stadtbibliothek) vier wesentliche Bildnisbüsten in der Reihe "Chemnitzer Köpfe" zu zeigen und zu besprechen, allen voran eben Emil Munds Bildnisbüste von 1932. Seit 1902 der Kunsthütte Chemnitz aktiv angehörend, seit 1907 Mitbegründer und Vorsitzender der Künstlergruppe Chemnitz, Mitglied auch des Deutschen Werkbundes, bietet sich schon bei diesem Anlass Gelegenheit, Alfred Kunze postum so zu gedenken, wie es anderen längst widerfahren ist.

 

Quelle: Stadtstreicher Chemnitz, Addi Jacobi

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