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Dr. Mathias Schubert

 

Dr. Mathias Schubert

Für seinen Wahlkreis als sozialdemokratischer Pfarrer im Hohen Hause

Verläuft am Wahlsonntag alles nach seinen Wünschen, behält Mathias Schubert Sitz und Stimme in der SPD-Fraktion des Deutschen Bundestages. Seine große Plenarrede letzten Sommer zur Würdigung der Solidarleistungen für die Opfer der Flutkatastrophe im Oderbruch hatte in besonderer Weise auf den gebürtigen Chemnitzer aufmerksam werden lassen. Kein anderer fand auch in dieser Situation so weithin dem Empfinden der einheimischen Zuhörer gerecht werdende Worte wie der Pfarrer aus dem Wahlkreis 277 (Fürstenwalde-Strausberg-Seelow), der vor vier Jahren mit 45,3 Prozent in das Parlament der Deutschen entsandt wurde, seine Kontrahenten rund 20 Prozent hinter sich lassend. Das will er nun gern wiederholen, wenngleich damit nicht gesagt ist, daß er auch künftig in jenen beiden Ausschüssen tätig sein wird, denen er noch bis in die letzten Septembertage hinein angehört: Dem Finanzausschuß - dort eines von nur zwei ostdeutschen Mitgliedern übrigens - und dem Ausschuß für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Nach der Konstituierung wird neu gemischt.

Seit Ende Juli ist er 46. Schlank, behend, präzise. Sorgsam. Seine Daseinsfreude teilt sich rasch dem Fremden mit. Der Abiturient der damaligen Friedrich-Engels-Oberschule, vom Elternhaus zu einer staatskritischen Haltung erzogen und von einem wichtigen Schulfreund, Peter Meis, zu tieferem Einblick in das Geschehen einer Pfarrerfamilie gelenkt (Pfarrer Meis wirkte für St. Jakobi), hatte sein Studium der Theologie vor jetzt 25 Jahren in Leipzig begonnen und 1980 mit dem zweiten theologischen Examen in Eisenach zu einem vorläufigen Abschluß gebracht. Getauft war er von Kindesbeinen, aber erst durch die Oberschulzeit "zur Kirche und zum Glauben gekommen". Den Doktortitel erwarb er 1986, dabei schon im vielgestaltigen Gemeindedienst. Der Pfarrstelle in einem kleinen Ort des Kreises Merseburg, dazu ein Bündel seelsorgerischer Pflichten im entsprechenden Radius, folgte bald eine Aufgabe beim Bund der evangelischen Kirchen in der DDR, speziell auf dem Feld der Sozialethik.
Die Gelegenheit, mit ihm in Chemnitz sprechen zu können, ergab sich kürzlich bei einer recht seltenen Gelegenheit. Schuberts Mutter besuchte zufällig, als wir ihn in den Parlamentsferien telefonisch unterwegs suchten, auf ein paar Tage alte Bekannte in Chemnitz. Der Sohn war im Begriff, sie anderntags abzuholen und hatte dabei Zeit, vor Ort all unsere Fragen zu beantworten, die zuerst an einen sozialdemokratischen Christen, Theologen und Bundesparlamentarier zu stellen sind. Im Georg-Landgraf-Haus an den neuen Sonnenberg-Terrassen lief dazu die Video-Kamera für die Zwecke der Reihe "Chemnitzer Köpfe", danach noch am Tor der alten Turnhalle des Gymnasiums Hohe Straße mit all den rasch erfaßbaren Erinnerungen an die dortige Pennäler-Zeit bis 1971.

Wer das Video sieht, erfährt, was Schubert seither tat, wie er denkt, hört, wie er 1990 Landrat im Kreis Fürstenwalde wurde, warum ein Mann wie er sich für die Theologie und die Sozialdemokratie entschied. Daß er im Schloßkirchenchor gesungen hat, "bei Kircheis", erwähnt er ebenso beiläufig wie den Kontrast-Fakt, daß sein Großvater einstmals in Chemnitz zu den Gründern des Spartakusbundes gehört habe. Mit sieben Plenarreden in dieser Legislatur zählt er zu den als Neuling durchaus oft so im Bundestag zu Wort gekommenen Debattensprechern. Wer das 45-Minuten-Video kennenlernen möchte, ist am 7. September, 19 Uhr im Lesecafé "ex libris" willkommen.

 

Quelle: Stadtstreicher Chemnitz, Addi Jacobi

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