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Dieter Fuesslein

Dieter Füßlein

Seine Sachsenbau-Firma hat Dieter Füßlein 1990 aus kleinsten Verhältnissen heraus in die Welt gesetzt. Was heute ganz selbstverständlich zum Chemnitzer Stadtbild gehört, hat er riskiert, betrieben, gebaut. Ein Mann wie er dürfte sich zurücklehnen und die Bauten seiner Heimatstadt betrachten: Das Stadtwerke-Haus an der Augustusburger Straße, den Moritzhof mit Sparkasse und Büroquadrant, die Galerie "Roter Turm" mit der Kollhoff-Fassade.

Dort stand ja mal als Errungenschaft der Karl-Marx-Stadt-BASAR als Budenmarkt, für dessen Mitarbeiter zur Basarzeit mittags die umliegenden HO-Gaststätten schlossen, um der sozialistischen Pausenversorgung der Verkaufskräfte zu entsprechen - alles nach Beschluss. Solche Zeiten hat der heutige FDP-Stadtrat auch durchlebt, als Student, als Schulkind vom Brühl und als Stellvertreter von OB Eberhard Langer. Seine Ruhelosigkeit und sein Umgang mit Amtsvorlagen haben gemeinsame Fundamente: Er kennt sie genau - und er kennt die Lage vor Ort genau. Da ist ihm das prägnante Wort wichtiger als fraktionelle Rücksichtnahme. Es sind nicht nur die genannten Chemnitzer Innenstadt-Dominanten, die seiner "Sachsenbau"-Tätigkeit entsprangen.

Für das Straßenhaus am Schloßteich 19 holte Füßlein einen alten Chemnitzer aus Washington, um im Hof des Grundstücks die Pflanzen auszulegen: Wolfgang Oehme, der berühmte Gartenarchitekt, war ein Kind des Sonnenbergs und hatte den Heimatkontakt auch über den Eisernen Vorhang wuchern lassen. Auch die Pflanzenauswahl in den Innenhöfen des Moritzhofes ist ihm zu danken. Füßlein folgte dem Rat, die blanken Betonflächen der im Bau befindlichen Galerie Roter Turm mit einem Geniestreich ins Gespräch zu bringen, wofür er die Stararchitekten Kollhoff und Brune nach Chemnitz holte. Aber für diese dreiachsige Galerie hat er seinen Kreislauf fast überstrapaziert, hatte diese damals taufrische Idee der mehrstöckigen Ladenstraßen in den Benelux-Landschaften erfasst und für 'sein Chemnitz' für nötig befunden.

Wer seine Firma "Sachsenbau" nennt, will sachsenweit bauen und die Berufswürde sächsischer Bauleute in die Welt tragen - zumindest bis hinter Konstanz und Kiel. Das hat er geschafft - sein Firmenportfolio erzählt davon. Doktor oec. habil. ist er auch noch, unter der Habilitation hätte es einer wie Füßlein auch nicht bewenden lassen. Vom Kreuzstift auf dem Kaßberg bis zum Vita-Center hatte er für Chemnitz unruhige Nächte. Nun könnte er ausruhen. Nichts davon! Wer den Planungsausschuss besucht, wer Stadtratssitzungen beobachtet, weiß bald, wem alles er Lehrherr sein kann und bleibt.

Seine spezielle Schulbildung bis zum Abitur holte er übrigens nach der Lehre im VEM-Starkstromanlagenbau in der Volkshochschule/Abendoberschule mit Extra-Energie nach: "Drei mal in der Woche, abends." Hohe Hürden für Unentwegte... Übrigens: Wer Füßleins Moritzhof einen Paradebau nennt, hat recht: So heißt der Architekt aus der Partnerstadt Düsseldorf. Christoph Parade.

Noch eine Anekdote rasch: Füßlein sitzt mit seiner Frau vor dem Cosel-Palais am Dresdner Altmarkt, ein norddeutscher Hanseat fragt, des Bauwerks Pracht bewundernd, wer das wohl gebaut habe? Füßlein bleibt bei der Wahrheit und sagt mit einem Anflug von Koketterie trocken: "Ich." Ohne weitere Zuneigung wechselt der Fragende mit seinem Anhang leicht pikiert den Tisch. Sachsenbau-Füßlein aber bleibt im Recht, lebendig und selbstbewusst.

Quelle: Stadtstreicher Chemnitz, Addi Jacobi

 

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