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Hans J Naumann

Hans J. Naumann

Chemnitzer Unternehmerqualität der neuen Generation

Seine Ozeanüberflüge zählt er längst nicht mehr. Geschäftlich lebenslang zielstrebig, logistisch fast in jedem Marktflecken, ist Chemnitz seit 13 Jahren seine neue Lebensmitte: MSBA Hans Naumann, kurz gesagt, Doktor h.c. der TU.
Fortan ist forciert, gern hier jenen Chemnitzer Köpfen Raum zu geben, die sich als "Chemnitzer auf Zeit" mit allem Wagemut und elitärem Vermögen für den Aufbau Ost, wie es gelegentlich heißt, verwenden. Alles trifft auf Hans J. Naumann zu. Sachse aber ist der aus Dewitz, nördlich von Leipzig stammende mit ganzem Herzen.
Die industrielle Tüchtigkeit des Chemnitzer Raumes sei ihm nie aus dem Sinn gekommen, als er seine internationale Karriereleiter von Hamburg aus unter die Füße nahm. Und seit er sich in Chemnitz mit einer Unternehmung namens Niles-Simmons-Industrieanlagen etablierte. Im Neubau auf altem Höckerichtgrund in Neustadt schaltet und waltet er rastlos vor Ort: "Zu 50 Prozent bin ich in Chemnitz." Gern ist er also einer, die an alte Fabrikanten-Werte der Stadt und die ihrer potenten Industrie-Umgebung einträglich anknüpfen: Dreh- und Fräsmaschinen, Bearbeitungszentren und Radsatzprofiliertechnik gehören zur Palette wie ein schlaues Geflecht von Marketing, Vertrieb und Services.
Dass er seit Anfang 2002 die Ehrendoktorwürde der TU Chemnitz trägt, ist nur die Zwischenstation seiner Meriten, die mit dem Amt des Präsidenten des Kuratoriums "Industrieverein 1828 e.V. Chemnitz" nur unvollständig beschrieben sind. Seit November letzten Jahres ist er Inhaber des Sächsi-schen Verdienstordens. Die Interimsnadel des Bundesverdienstkreuzes ziert sein Revers.
Günstig, dass es schon vor der Rückkehr der Marktwirtschaft nach Chemnitz einen stabilen westeuropäischen Absatzmarkt für Erzeugnisse des "8. Mai" gab. Als in DDR-Jahrzehnten einheimische Fachleute an der Baikal-Amur-Magistrale (BAM) sibirische Erdölquellen für den westlichen Osten erschlossen oder andere Spezialisten in Sri Lanka Textima-Maschinen montierten, hatte Naumann seit den sechziger Jahren seine Netze in den USA ausgeworfen, für die Gründung eigener Tochterunternehmen in Südafrika und Australien gesorgt: "Unsere Hochzeitsreise ging nach den USA", verknüpft er privates mit Beruf. Überhaupt: Management kombiniert mit eigenem Format ist sein Rezept, mündend in einer Vielzahl persönlicher Patentanmeldungen und in starke wissenschaftliche Arbeiten. Naumann "wusste immer um die Potenz des Chemnitzer Raumes", ist überliefert und erklärt damit seinen Zugriff auf die Reste des vormaligen "VEB Großdrehmaschinenbau 8. Mai."
Billig war das nicht – die Treuhand hatte tiefe Taschen. Aber was Naumann daraus machte, reicht längst für standesgemäße Dotation. "1997 sind wir erstmals wieder in schwarze Zahlen gekommen, haben zu 100 Prozent den Treuhand-Vertrag erfüllt", sagt er. Und der TUC-Rektor betonte in seiner Laudatio: "Naumann zählt heute zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen und internationalen Wirtschaft." Er setze Zeichen und sei "für Branche und Region ein Innovations- und damit Motivationsfaktor ersten Ranges."
Naumann ist jetzt schon Inbegriff der Technologie des Glatt- und Festwalzens des Profil-Drehfräsens, unerlässlich für die neue Generation von
Eisenbahn-Unterflur-Radsatzbearbeitungsanlagen. Kurbelwellenkräfte beherrschen sein konstruktives Denken. Zugleich ist er einem weitreichenden Interessenfeld offen: Ex-Rektor Grünthal dankte ihm ausdrücklich und zuoberst für den Anteil am Erscheinen des Bandes "Verfassung und Verfassungswandel". Als Herausgeber und Autor fungierte Naumann paritätisch mit Prof. Neugebauer (Fraunhofer-Institut Chemnitz) für das fundamentale Standardwerk zum "Werkzeugmaschinenbau in Sachsen von den Anfängen bis zur Gegenwart" aus dem Heimatland-Sachsen-Verlag.
Niles-Arbeiter, die Konstrukteure vor Ort, hatten allezeit einen guten Ruf. Unzweifelhaft etwa auch die frühe Auszeichnung des Schlossers Kurt Enkelmann aus der Endmontage, dem am 1. April 1949 (!) erstmals der Titel "Aktivist des Zweijahresplanes" angeheftet wurde. Enkelmann wurde später Direktor des DIA Maschinenexport, danach bis 1958 Handelsrat und Leiter der Handelsvertretung der SBZ, anschließend stellvertretender Minister für Außenhandel und Innerdeutschen Handel, Stellvertreter des Ministers für Außenhandel der DDR und letztlich Handelsrat der Botschaft in Moskau, zugleich Präsident der deutsch-arabischen Gesellschaft. Ein Chemnitzer Niles-Arbeiter! Und Naumann besteht darauf, solches nicht unerwähnt zu lassen...
Heute Naumann! Der Kapitän des Riesen "Niles-Simmons-Hegenscheidt" steht massiv auf der Kommando-Brücke des Multi-Produkt-Programmes eigenen Formats: Besonnen, zeitgerecht ohne Allüren oder überzogene Attitüden – ein Vertrauenspartner für Chemnitz und den Rest der Welt, kenntnisreich unterwegs im Kreis der deutschen Top-Manager des Werkzeugmaschinenbaues und gleichsam zum finalen Globalpiloten mit sozialer Mega-Komponente.

 

Quelle: Stadtstreicher Chemnitz, Addi Jacobi

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